Wir kommen ins Gespräch und tauschen zu diesem Zweck als Erstes unsere Visitenkarten aus. Herr Kim und Herr Lee, so stellt sich bald heraus, sind zwei lebenslustige und weit gereiste Banker, die "Bo-shin tang" bestellt haben, das beliebte Hundefleischfondue, in dem rohe Fleischscheibchen in einem Topf mit scharf gewürzter Brühe gegart werden. Es ist ziemlich warm im Lokal, und wir trinken - wie üblich bei einem opulenten Mahl in Korea - Soju, eine milde Wodka-Variante. Vielleicht ist es der Alkohol, der uns schnell zum heiklen Thema Hundefleisch bringt. Herr Kim sagt: "Wir Koreaner mussten vom Westen unendlich viele Sitten und Gebräuche übernehmen. Und gar mancher Koreaner hat hierzulande eine ähnlich emotionale Bindung zu Pferden wie Sie zu Hunden - niemals würde man hierzulande Pferdefleisch essen." Herr Lee pflichtet unterstützend bei: "Wir verurteilen Europäer doch auch nicht, bloß weil sie unsere Lieblingstiere essen. Und genauso wenig möchten wir uns von dieser Schauspielerin als Barbaren bezeichnen lassen!"