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Herkunft


Die Azteken (auch "M�xica" genannt) ist die Bezeichnung f�r eine indigene Volks- und Herrschaftsgruppe im zentralen Mexiko, die nach ihrer Einwanderung ab 1325 ein Territorialreich ("Drei-St�dte-B�ndnis")errichtete, welches zum Zeitpunkt seiner Vernichtung 1521 etwa die H�lfte des heutigen Mexikos kontrollierte. Der Volksstamm der M�xica wanderte im dreizehnten Jahrhundert vom mexikanischen Norden aus kommend in die Hochebene Zentralmexikos ein. Als mythologischer Ursprungsort gilt Aztl�n. U.a. wird der Bundesstaat Nayarit als Ursprungsland vermutet, gesichert ist die Erkenntnis nicht. Die Wanderung des Volkes steht in der Tradition der regelm��igen Einf�lle von Chichimeca-Volksgruppen.

Geschichte


Nach einer l�ngeren Phase der Zuarbeit f�r lokale Herrscher im Tal des Texcoco-Sees gr�ndeten die Azteken/M�xica auf mehreren Inseln des Sees 1325 ihre Hauptstadt Tenochtitl�n. Der Legende nach hatten Hohepriester empfohlen, nach einem Adler mit einer Schlange im Schnabel Ausschau zu halten, der auf einem Nopal-Kaktus sitzen sollte. Eher historisch wahrscheinlich ist die Auswahl der Inseln als gesch�tzter Zufluchtsort. Zun�chst blieben die Azteken dem m�chtigen Nachbarn Azcapotzalco tributpflichtig, mit Truppen nehmen sie an dessen Feldz�gen teil. Tenochtitl�n entwickelte sich rasch zu einer Gro�stadt, doch erst unter dem dritten K�nig- Tlaotani Itzc�atl (regierte 1426-1440) erreichten die Azteken mit der Unterwerfung der Tepaneken und der Zerst�rung Azcapotzalcos 1428 die vollst�ndige Unabh�ngigkeit. Die Azteken brachten von hier aus mit Feldz�gen und B�ndnissen (1450 Dreist�dte-Allianz mit Tlacopan und Texcoco) die gesamte Region rings um ihre Stadt unter ihre Tributkontrolle. Um 1500 mussten die 60 Kilometer entfernt liegenden St�dte der Tlaxcalteken (Tlaxcala) die aztekische Oberherrschaft akzeptieren, an der K�ste des heutigen Golfs von Mexiko anerkennen die Totonaken die Oberherrschaft der Azteken. Dar�ber hinaus sto�end erreichte das neue Imperium seine Grenzen erst in den K�mpfen mit den Tarasken im Westen, dem Ufer des Golfs von Mexiko und der unwegsamen Vegetation S�dmexikos. Trotzdem umfasste das Reich um 1520 Zentralmexiko und Teile des S�dens (Oaxaca, Chiapas). Die lockere Struktur ihres Imperiums wurde den Azteken zum Verh�ngnis. Die von ihnen unterworfenen V�lker und St�dte nutzten die spanische Invasion f�r ihren eigenen Kampf um Autonomie aus: 1519 f�hrte der Spanier Hern�n Cort�s eine Forschungs- und Eroberungsexpedition die mexikanische K�ste entlang bis zur H�he des heutigen Veracruz und damit ins aztekische Reichsgebiet. B�ndnisse mit den Totonaken an der K�ste und Tlaxcalteken sowie die Eroberung des Azteken-Vasalls, der Stadt Cholula, erlaubten es den Spaniern, in Tenochtitl�n selbst als "G�ste" einzuziehen und kurze Zeit darauf den herrschenden K�nig Mochtecozuma II. gefangenzunehmen. Zwar wurden die Spanier 1520 zeitweilig aus ihrer Residenz vertrieben, doch des K�nigs Nachfolger Cuitlahuac (gestorben 1521) und Cuauhtemoc (gestorben 1525) konnten die Hauptstadt trotz Aufbietung aller Kr�fte nicht dauerhaft halten. Eine von den Spaniern eingeschleppte Epidemie schw�chte die Verteidiger zus�tzlich. 1521 gaben die Azteken nach vollst�ndiger Zerst�rung ihrer Stadt auf, die �berlebenden wurden auf die Ufer des Texcoco-Sees verteilt. Cuauhtemoc selbst musste Cort�s auf einer Expedition nach S�dmexiko begleiten und wurde dort 1525 aufgrund einer Verschw�rung hingerichtet.

Gesellschaft


Basis der aztekischen Gesellschaft war das Calpulli auf der Grundlage famili�rer Bindungen. Hohepriester und Krieger standen sozial �ber Bauern und H�ndlern. Der K�nig f�hrte den Titel "Tlatoani". Jedem Calpulli war eine Gottheit zugeschrieben, als wichtigste Figur galt jedoch neben den in der Hochebene �bernommenen Figuren des Regengottes Tlaloc und des Fruchtbarkeitsgottes Quetzalcoatl der Kriegsgott Huitzilopochtli, dem auch Menschenopfer dargebracht wurden.

Das Kalendersystem der Azteken


Das Kalendersystem wurde von den Azteken aus �lteren Kulturen weitgehendst �bernommen. Ihre wichtigsten Kalender waren: * �Xihuitl� ( �bersetzt: Sonnenjahr) . Dieser Kalender richtete sich nach dem Sonnenjahr und war aufgebaut wie der Haab � Kalender der Maya. Er umfasste 365 Tage. Zusammengesetzt aus 18 Monate mit jeweils 20 Tagen plus 5 Tage, denen Ungl�ck nachgesagt wurde. F�r ausf�hrliche Informationen siehe auch: � Xihuitl � * �Tonalpohualli�. Der heilige Kalender oder auch �Wahrsager Kalender� war aufgebaut wie der Tzolkin Kalender der Maya. Der �Tonalpohualli� umfasst 260 Tage. Zusammengesetzt aus 20 Wochen mit je 13 Tagen. F�r ausf�hrliche Informationen siehe auch: � Tonalpohualli �. * Der gro�e Zyklus, �Xiuhmolpilli� oder auch das "mexikanische oder aztekische Jahrhundert" genannt. Wie bei der Kalenderrunde der Maya trafen sich alle 52 Jahre der �Xihuitl� und der �Tonalpohualli� in einem Punkt mit gleicher Kombination von Tageszeichen und Ziffer. F�r ausf�hrliche Informationen siehe auch: � Xiuhmolpilli �. * Kalender � oder auch Sonnenstein. Der urspr�ngliche Name lautet �Tonal Machyotl�. Dieser Kalenderstein stellt die mythische Beziehung der Azteken zu ihren G�ttern, die sie mit den jeweiligen Tagen eines Jahres verbanden, da. F�r ausf�hrliche Informationen siehe auch: Kalenderstein .

Jenseitsvorstellung


F�r die Azteken hatte das Leben auf der Erde geringere Bedeutung , als das Leben nach dem Tod des K�rpers. Laut den Vorstellungen der Azteken gab es dreizehn verschiedene Stufen im Jenseits, die jeweils bestimmten Bev�lkerungsgruppen und der stattgefundenen Art des Todes zugedacht waren. Zum Beispiel: �Ichan tonatinh ilhuicac�� ( �bersetzt : Sonnenhaus = Paradies). In dieses Paradies aufgenommen zu werden war das h�chste Ziel der Azteken. Ins Sonnenhaus kamen im Kampf get�tete Krieger und Geopferte. Nachdem die Verstorbenen die Sonne 4 Jahre lang am Himmel begleitet hatten, wurden sie in Sonnenv�gel und Schmetterlinge verwandelt und kehrten auf die Erde zur�ck. Maishaus. Das Maishaus geh�rte ebenfalls zum �Sonnenhaus� und war den Frauen vorbehalten, die im Kindsbett gestorben waren. Nachdem diese Verstorbenen die Sonne 4 Jahre lang am Himmel begleitet hatten, kehrten sie als �tzitzimime� (�bersetzt: Gespenster) auf die Erde zur�ck. Tlalocan : Das Reich des Regen-, Donner- und Wassergottes Tlaloc. In dieses Reich konnten nur durch Tlaloc get�tet , wie zum Beispiel Ertrunkene, vom Blitz erschlagene, Menschen mit Hautkrankheiten oder Menschen, deren Tod mit Wasser in Verbindung stand. Mictlan. Die Unterwelt " Mictlan " war f�r Menschen gedacht, die eines nat�rlichen Todes oder einen durch S�nde verursachten Tod gestorben waren.

Sch�pfungsmythologie der Azteken


Nach der �berlieferung der Azteken gab es bereits vier Weltperioden, die als Sonnen bezeichnet wurden, und dem gegenw�rtigen Weltzeitalter vorausgegangen sind. Alle vier Welten wurden durch Katastrophen zerst�rt. Die erste Sonne Die �erste Sonne� hie� in der Sprache der Azteken �nahui ocelotl� ( �bersetzt: �Vier-Jaguar�) und dauerte 376 Jahre. �Nahui ocelotl� war von Riesen besiedelt . Der Gott der Jaguarsonne, Ocelotonatiuh, lie� diese Riesen von Jaguaren fressen und zerst�rte die erste Sonne. Die zweite Sonne Die �zweite Sonne� hie� in der Sprache der Azteken �nahui ehecat�( �bersetzt: �Vier-Wind�) und dauerte 364 Jahre. In der zweiten Sonne wurden die Menschen durch den Gott des Windes , Eh�catl, in Affen verwandelt. Eh�catl zerst�rte die zweite Sonnen mit einem Wirbelsturm. Die dritte Sonne Die �dritte Sonne� hie� in der Sprache der Azteken �nahui quiahuitl�(�bersetzt: �Vier-Regen�) und dauerte 312 Jahre. In dieser �dritten Sonne� wurden die Menschen durch den Gott � Tlaloc � in V�gel verwandelt. Tlaloc zerst�rte die dritte Sonne mit einer Flut aus Feuer und Lava. Die vierte Sonne Die �vierte Sonne� hie� in der Sprache der Azteken �nahui atl� (�bersetzt: Vier-Wasser ) und dauerte 676 Jahre. In dieser �vierten Sonne� wurden die Menschen durch die G�ttin des Wassers, � Chalchiuhtlicue �, in Fische verwandelt. Chalchiuhtlicue zerst�rte die vierte Sonne durch eine Sinnflut. Die f�nfte Sonne Die �f�nfte Sonne� hie� in der Sprache der Azteken �nahui ollin�(�bersetzt: Vier-Bewegung). �Nahui ollin� ist, laut der Mythologie der Azteken, die Welt, in der die Menschen zur Zeit leben. Diese �f�nfte Sonne� soll ,den Voraussagen der Azteken nach ( siehe hierzu: Sonnenstein ) , durch Erdbeben zerst�rt werden. Erschaffung der f�nften Sonne Die Erschaffung der �f�nften Sonne� (�Nahui ollin�) erfolgte, laut der Mythologie der Azteken , durch die G�tter �Tecuciztecatl� ( auch Tecciztecatl genannt) und �Nanahuatzin� in Teotihuac�n ( �bersetzt aus der N�huatl -Sprache der Azteken: �Ort, an dem man zum Gott wird.� ) Als nach dem Untergang der �vierten Sonne� die Welt in Dunkelheit geh�llt war, wurde Teotihuac�n jedoch durch das Licht einer �g�ttlichen Flamme� hell erleuchtet. An diesem Ort der �g�ttlichen Flamme� versammelten sich die G�tter um zu beratschlagen, wer von ihnen die Sonne der neuen Welt werden sollte. �Einer wird sich opfern, sich selbst ins Feuer st�rzen m�ssen�, riefen sie, �nur dann wird es eine neue Sonne geben�. Der Gott Tecuciztecatl ( ein hochm�tiger Gott) meldete sich als erster f�r diese Aufgabe und im Laufe der weiteren Beratung erkl�rte sich auch Nanahuatzin ( ein kleiner, auss�tziger Gott) bereit, in die g�ttlichen Flammen zu springen, um so den Zyklus der Gestirne wieder zu beleben. Nachdem Tecuciztecatl und Nanahuatzin sich mit fasten auf die Opferung vorbereitet hatten, verlie� jedoch Tecuciztecatl im Anblick des g�ttlichen Feuers der Mut, und an seiner Stelle st�rzte sich zuerst Nanahuatzin in das Feuer. Als Tecuciztecatl sah, dass sein Vorg�nger verbrannte, sprang er , gefolgt von Adler und Jaguar, hinterher. Die G�tter warteten lange, bis schlie�lich der Himmel wie in der Morgend�mmerung rot zu gl�hen anfing. Im Osten erschien nun Nanahuatzin als �f�nfte Sonne� in der Gestalt des m�chtigen Sonnengottes Tonatiuh . Kurze Zeit sp�ter erschien auch Tecuciztecatl , genauso so hell wie Tonatiuh (Nanahuatzin) , als Mond am Himmel. Ver�rgert, �ber die zuvor gezeigte Feigheit von Tecuciztecatl, schleuderte ihm einer der in Teotihuac�n versammelten G�tter ein Kaninchen ins Gesicht. Sofort nahm die Leuchtkraft des Mondes ab und er war weniger hell als die Sonne. Da die Sonne ( in Gestalt des Sonnengottes Tonatiuh) jedoch regungslos am Himmel stand, verlangte Tonatiuh Blutopfer. Die G�tter opferten daraufhin ihr Blut, um sie in Bewegung zu setzen. Durch den Opfertod der G�tter Nanahuatzin und Tecuciztecatl wurde in Teotihuac�n die �f�nfte Sonne� ( �bersetzt in N�huatl: �nahui ollin� ) geschaffen, und in dem Augenblick der kosmischen Wiedergeburt , manifestierte sich Quetzalcoatl . Im Glauben der Azteken mussten nun auch die Menschen ihr Herz und ihr Blut opfern, genauso wie zuvor die G�tter, um damit die �f�nfte Sonne� in Bewegung zu halten. Erschaffung der Menschen: Damit die �f�nfte Sonne� von Menschen bewohnt werden konnte, stieg Quetzalcoatl mit seinem Zwillingsbruder � Xolotl � hinab in die Unterwelt ( in N�huatl: �Mictlan � ). Dort sammelten sie die Knochen eines Mannes und einer Frau auf, die in der vorherigen �Sonne� umgekommen waren. Auf der Flucht vor dem Todesgott � Mictlantecuhtli� lie�en sie jedoch die Knochen fallen, die daraufhin sofort kaputt gingen. Quetzalcoatl sammelte die Knochen auf und floh damit , zusammen mit seinem Zwillingsbruder, nach Tamoanchan , dem Ort der Schlangenmenschen und Sitz der Erdg�ttin Cihuacoatl ( �bersetzt: Schlangenfrau). Cihuacoatl zermalte die Knochen , tr�ufelte Blut aus dem Penis von Quetzalcoatl �ber diesen Knochenstaub und formte aus dieser Masse die ersten Menschen. Zu guter Letzt setzen �der Herr und Herrin der Zweiheit� die Seele, in Form eines Schmetterlings, in den leblosen menschlichen Kopf.

Menschenopfer


Die in historischen Berichten geschilderte Menschenopferung in der Hochkultur der Maya und Azteken, ist in der heutigen Zeit, im Umfang und der H�ufigkeit, in der Forschung umstritten und historisch nicht einwandfrei nachweisbar. Die weit verbreitete Ansicht der Menschenopfer st�tzt sich vor allen Dingen auf: * Berichte spanischer Missionare in Mexiko zur Zeit der Conquista. * Berichte von Bernal Diaz del Castillo. Diaz del Castillo kam als Soldat im Dienst von Cort�s nach Mexiko und verfasste sp�ter in Spanien die Chronik �Wahrhafte Geschichte der Entdeckung und Eroberung�. * Berichte des spanischen Eroberers Hern�n Cort�s an Kaiser Karl V. Anmerkung: Allerdings lag es auch im Interesse, sowohl der spanischen Missionare wie auch von Hern�n Cort�s, die Azteken und Maya als so �Unmenschlich� wie m�glich zu schildern, um damit die Unterwerfung und Ausrottung dieser V�lker zu rechtfertigen. * Berichte und Inquisitionsprozessakten des spanischen Franziskaner M�nches Diego de Landa. Diego de Landa wurde 1547 zum Klostervorsteher von Izamal und sp�ter zum Vorsteher aller Kl�ster von Yucat�n und Guatemala. Anmerkung: Bei den in den Inquisitionsprozessakten aufgezeichneten Gest�ndnissen handelt es sich nur um Gest�ndnisse, die unter Folter erfolgten. Den Bericht "Relaci�n de las cosas de Yucat�n" (Bericht �ber die Angelegenheiten von Yucat�n) verfasste Diego de Landa als Rechtfertigung auf eine im Jahre 1563 erfolgte Anklage in Spanien. Er wurde angeklagt wegen Massenmord an der einheimischen Bev�lkerung. In seinem Bericht stellte er die einheimische Bev�lkerung, obwohl er selbst nie einem Menschenopfer beiwohnte und dies nur vom H�rensagen kannte, als Werkzeuge des Teufels dar. * Arch�ologische Zeugnisse. Die Darstellung von Menschenopfern in Malereien, Fresken und erhaltenen Bilderhandschriften (Codices).Laut dem Mythos der Azteken opferten sich die G�tter selbst, um das Bestehen ihrer Welt zu sichern. Aus diesem Grunde waren die Menschen verpflichtet, dem Opfer der G�tter zu folgen. (siehe hierzu: Sch�pfungsmythologie der Azteken � Erschaffung der f�nften Sonne.) Anmerkung: Allerdings ist es nicht eindeutig klar, ob es sich bei den bildlichen Darstellungen der arch�ologischen Zeugnisse, um tats�chlich stattgefundene Menschenopfer handelt oder zum gro�en Teil nur um eine symbolisch dargestellte �Erneuerung des Lebens durch den Tod�. (Vergleichbar mit vielen Legenden aus der ganzen Welt, in denen Menschen ebenfalls symbolisch - zum Beispiel mit Ungeheuern - k�mpfen, oder verschlungen werden). Laut Prof. Dr. Hanns J. Prem ( renommierter Altamerikanist vom Bonner Institut f�r Altamerikanistik und Ethnologie [1] (http://www.iae-bonn.de/iae/index.php?id=institut) ) w�rde es aller Wahrheit widersprechen, die blutigen Opferrituale zu leugnen. Prof. Prem geht davon aus, das die Azteken Menschen opferten � wie so manches andere Volk Mittelamerikas auch. HINWEIS: Aufgrund dessen, dass bis Heute nicht einwandfrei gekl�rt werden konnte, ob diese Menschenopfer tats�chlich stattgefunden haben oder nicht , und wenn ja, in welchem Umfang und H�ufigkeit , sind die nachfolgenden Artikeln zu Azteken und Maya unter Vorbehalt zu betrachten. [bearbeiten] Azteken Menschenopfer galten nach dem Mythos der Azteken als Nahrung f�r die G�tter und waren notwendig, um den Fortbestand der Welt zu sichern. Aus diesem Grunde wurden Sch�tzungen zufolge, j�hrlich zwischen einigen Tausend bis hin zu 50.000 Menschenopfer durchgef�hrt. Allein f�r die Einweihung der 30 Meter hohen Hauptpyramide ( "teocalli" ) in Tenochtitl�n , sollen in nur vier Tagen zwischen 20.000 bis 80.000 Menschen geopfert worden sein. Anmerkung: Laut dem Berliner Altmexikanist Walter Lehmann, kann die Hohe Zahl der Opfer jedoch nur schwer stimmen. Walter Lehmann hat bereits 1938 berechnet, dass ein Opferpriester bei 80.000 Menschen ca. 56 Tage ben�tigt, wenn er jede Minute - ohne Unterbrechung 24 Stunden lang - ein Opfer get�tet h�tte. Selbst wenn Duzende von Priestern gleichzeitig an den Opferhandlungen beteiligt gewesen w�ren, bliebe immer noch die Frage, wie 80.000 Gefangene nach Tenochtitl�n geschafft und wie der enorm hohe Leichenberg bew�ltigt wurde. Prof. Dr. Hanns J. Prem (Altamerikanist vom Bonner Institut f�r Altamerikanistik und Ethnologie [2] (http://www.iae-bonn.de/iae/index.php?id=institut) ) geht ebenfalls davon aus, dass die Opferzahlen viel geringer gewesen sind , als die spanische Propaganda es sp�ter berichtet hat. Prof. Prem ist sich sicher, dass die Zahl der in Tenochtitlan geopferten Menschen pro Jahr deutlich unter 1000 gelegen hat." [bearbeiten] Entstehung des Menschenopfer-Mythos Nach der �berlieferung der Azteken gab es bereits vier Weltperioden, die als Sonnen bezeichnet wurden, und dem gegenw�rtigen Weltzeitalter vorausgegangen waren. Alle vier Welten wurden durch Katastrophen zerst�rt. Durch den Opfertod des Gottes "Nanahuatzin", der sich in Teotihuac�n in das �g�ttliche Feuer� st�rzte und dadurch in den Sonnengott "Tonatiuh" verwandelte, wurde die gegenw�rtige Welt, die �f�nfte Sonne� ( �bersetzt in N�huatl: �nahui ollin" ) geschaffen. Da jedoch die Sonne, in Gestalt des m�chtigen "Tonatiuh", regungslos am Himmel stand, verlangte "Tonatiuh" Blutopfer um damit die Bewegung am Himmel zu erzeugen. Daraufhin opferten die G�tter ihr Blut als Nahrung und Energie f�r die Sonne. (Ein ausf�hrlicher Artikel dazu befindet sich unter: Sch�pfungsmythologie der Azteken Im Glauben der Azteken, dass jeder neue Sonnenaufgang - und damit der Bestand der gegenw�rtigen Welt - allein nur durch das Opfer von menschlichem Blut herbeigef�hrt werden konnte, mussten nun auch die Menschen ihr Herz und ihr Blut opfern, genauso wie zuvor die G�tter. Nur durch diese Blut- und Menschenopfer, den sogenannten �nextlaualli" (�bersetzt: Schuldzahlungen an die G�tter) konnte die Sonne ihre t�gliche Wanderung durch den Himmel und die Unterwelt leisten. [bearbeiten] Die Menschenopfer Im Weltbild der Azteken hatte das Leben auf der Erde geringere Bedeutung als das Leben nach dem Tod des K�rpers. F�r sie stellte der Tod nicht das Ende, sondern den Anfang neuen Lebens statt. Sie sahen den Tod als eine Befreiung der Menschen aus dem Gef�ngnis der Erdenzeit. Aus diesem Grunde war f�r die Azteken auch die Art ihres Todes von gro�er Bedeutung. Laut den Vorstellungen der Azteken gab es dreizehn verschiedene Stufen im Jenseits, die jeweils bestimmten Bev�lkerungsgruppen und der stattgefundenen Art des Todes zugedacht waren. In das �Sonnenhaus� (Paradies) kamen nur im Kampf get�tete Krieger und Geopferte. In dieses Paradies aufgenommen zu werden war das h�chste Ziel der Azteken. Menschen, die eines nat�rlichen Todes oder einen durch S�nde verursachten Tod gestorben waren, kamen in die Unterwelt �Mictlan�. "Mictlan", der Ort des Todes, war in der Vorstellung der Azteken eine furchteinfl��ende Umgebung und kam in ihren Augen einer Verdammnis gleich. Aus diesem Grunde sahen die Azteken eine Ehre darin, einem Gott geopfert zu werden. Zum einen wurde durch dieses Menschenopfer der Bestand der Welt gesichert und zum anderen f�hrte ihr Opfertod zu einem erf�llten Leben im Paradies (Sonnenhaus). Siehe hierzu auch: Azteken ( Hochkultur ) - Jenseitsvorstellung Entsprechend der Gottheit, der man huldigen wollte, fanden sowohl unterschiedliche Arten der T�tung von Menschenopfern wie auch die Auswahl der Opfer statt. Menschenopfer bestanden neben Kriegsgefangenen auch aus Frauen und Kindern, sowie aus besonders Auserw�hlten. Die Art der T�tung umfasste Enthauptung, Erschie�en, Ertr�nken, Einmauerung, H�uten, Hungertod, Verbrennen und das Herausrei�en von Herzen bei lebenden Opfern. [bearbeiten] Kriegsgefangene Bevorzugte Opfer waren Kriegsgefangene. Kriegsgefangene trugen dazu bei, dass die Quelle der Menschenopfer nie versiegte. Huitzilopochtli:Kriegsgefangene wurden bevorzugt dem Sonnen- und Kriegsgott Huitzilopochtli geopfert. Nach dem rituellen Bad, und nur mit einem Lendenschurz bekleidet, wurden die Opfer unter Tanz und Gesang zu den Opferalt�ren der Pyramidentempeln hinaufgef�hrt. Dort warteten bereits die langhaarigen, mit schwarzen, blutverkrusteten Kapuzenm�nteln gekleideten Opferpriester. Festgehalten von vier Priestern, wurde das Opfer mit der Brust nach oben auf den �techcatl" (�bersetzt: Opferstein) gelegt. Ein weiterer Priester f�hrte mit der scharfen Obsidianklinge des Opfermessers bei dem vermutlich bet�ubten Opfer einen schnellen L�ngsschnitt �ber die Brust durch und durchtrennte damit das Brustbein und die Rippen. Anschlie�end wurde dem noch lebenden Opfer sofort mit einem Ruck das pulsierende Herz, das man bei Gefangenen "Adlerfrucht" oder "Edelstein" nannte, herausgerissen. Nachdem das Herz der Sonne entgegengestreckt, und damit symbolisch vom aufsteigenden Adler aufgenommen wurde, gab man das Herz ins "quauhxicalli" (�bersetzt: Adlervase) und verbrannte es. Der Geopferte wurde zum Schluss die Stufen des Tempels hinuntergesto�en. �Blumenkriege": Um gen�gend Nachschub an Menschenopfer zu bekommen, f�hrten die Azteken "xochiyaoyotl", die sogenannten �Blumenkriege" durch. Ziel dieser Kriege bestand nicht in der Landeroberung oder die Feinde zu t�ten, sondern allein darin, Gefangene zu machen. Gefangene, die f�r die Opferung in Tenochtitl�n bestimmt waren. Siehe hierzu: Blumenkriege Huehueteotl:Kriegsgefangene wurden auch zum Beispiel bei lebendigem Leib zu Ehren des Feuergottes "Huehueteotl" verbrannt. Xipe Totec: Zu Ehren des Kriegs-und Fruchtbarkeitsgottes "Xipe Totec" fanden H�utungen statt. Siehe hierzu: Xipe Totec. [bearbeiten] Kinder In der aztekischen Religion gab es 13 Hauptg�tter und �ber 200 untergeordnete G�tter. Einer der G�tter, welcher den Azteken gro�e Angst einfl��te, war der Regengott � Tlaloc". Tlaloc sandte dem Glauben der Azteken nach nicht nur Regen, D�rre und Hungernot, sondern er entfesselte auch verheerende St�rme mit Blitz und Donner. Um sich die Gunst von Tlaloc zu sichern, mussten ihm Menschenopfer dargebracht werden. Da die Azteken Kindertr�nen mit Regentropfen in Verbindung brachten, wurden Tlaloc bevorzugt Kinder geopfert. Wenn diese Kinder auf ihrem Weg zur Opferung besonders stark weinten, so freute man sich, denn viele Tr�nen bedeuteten auch viel Regen. Kinder wurden zum Beispiel in K�fige gesperrt und man lie� sie dort verhungern oder sie wurden in die Opferbrunnen �Cenote� gesto�en, um zu ertrinken.Knochenfunde in der N�he von Mexiko-Stadt , in Ecatepec, zeigen au�erdem, das Kinder zu Ehren der G�tter, zum Beispiel des Todesgottes Mictlantecuhtli, verbrannt wurden. Da in �berlieferten Beschreibungen dieser Brandopfer zu lesen ist, das man die Opfer w�hrend der Zeremonie zu Boden gepresst hat, geht man davon aus, dass dieser Kinder lebend verbrannt wurden. [bearbeiten] Frauen F�r Frauen gab es im Glauben der Azteken zwei M�glichkeiten in das �Sonnenhaus� (Paradies) zu gelangen. Frauen, die im Kindbett verstarben, genossen nach dem Tod das Privileg sofort ins �Sonnenhaus� zu kommen und durften die Sonne auf ihrem t�glichen Weg begleiten. Die andere M�glichkeit ins �Sonnenhaus� zu gelangen ging nur �ber den Weg, den G�ttern geopfert zu werden. Frauen wurden zu Opferzwecken ,mit auf dem R�cken gefesselten H�nden,in Cenotes gesto�en um dort zu ertrinken, oder ihnen wurde bei bestimmten Opferritualen der Kopf abgeschlagen. Eine andere Art des Opfertodes war das H�uten zu Ehren der G�ttin Teteoinnan und der G�ttin Tlazolteotl. [bearbeiten] Kannibalismus Laut den �berlieferungen spanischer Missionare in Mexiko w�hrend der Conquista ,sowie verschiedenen Abbildungen auf arch�ologischen Fundst�cken , opferten die Azteken nicht nur Menschen als Nahrung f�r ihre G�tter ,sondern praktizierten nach diesen Opferungen auch noch kannibalische Festm�hler. Laut diesen �berlieferungen sollen die Opfer, denen bei lebendigem Leibe das Herze herausgeschnitten wurde, anschlie�end verspeist worden sein. Bernardino de Sahag�n , der 1525 als Missionar nach Mexiko reiste, schreibt ihn seiner zw�lf B�nde umfassenden Chronik �Historia Generale de las Cosas de Nueva Espa�a� (=Allgemeine Geschichte der Dinge von Neu-Spanien ): Zitat Anfang: �Nachdem er den Gipfel erreicht hatte, traten die Priester, die sich darauf vorbereitet hatten, ihn zu t�ten, auf ihn zu, bem�chtigten sich seiner, warfen ihn auf den Opferstein, und w�hrend man den auf dem R�cken Liegenden an Beinen, Armen und dem Kopf festhielt, stach der, der das Obsidianmesser hielt, es ihm mit einem Schlag in die Brust, zog es wieder heraus, f�hrte die Hand in die �ffnung, die das Messer hinterlassen hatte, und riss ihm das Herz heraus, das er sofort der Sonne darbot. Ehrfurchtsvoll trug man langsam den K�rper des jungen Mannes in den Hof des Tempels. Die gemeinen Opfer wurden �ber die Stufen nach unten geworfen. Die gr��ten Exzesse waren die Regel. Man zog den Toten die Haut ab, und ein Priester bekleidete sich sofort mit der blutenden Haut. Man warf Menschen in einen Feuerofen, zog sie mit einem Haken wieder heraus und warf sie noch lebend auf den Opferklotz. Meist a� man das von der Opferung geweihte Fleisch. Ein Fest folgte dem anderen, und jedes Jahr verlangte der Gottesdienst zahllose Opfer. Man nennt die Zahl von 20.000 Da einer der Geopferten einen Gott verk�rperte, stieg er zum Opfer hinauf mit einem Gefolge, das ihn in den Tod begleitete." Zitat Ende. (Quelle: �Historia Generale de las Cosas de Nueva Espa�a�, Buch II, Kapitel XXIV ) Nach dem Glauben der Azteken, stellte dieses "rituelle Verspeisen" der Opfer eine symbolische Aufnahme des Gottes dar. Menschenopfer galten als Boten zu den G�ttern. Aus diesem Grunde wurden die Opfer vor bestimmten Opferzeremonien zuerst k�niglich bewirtet und am Tage der Opferung wie das Ebenbild des zu huldigenden Gottes gekleidet. Verspeisten sie nun nach der Opferung den Leichnam, so nahmen sie symbolisch den �leibhaftigen� Gott in sich auf. Allerdings bestehen bei den Forschern zu dem Thema �Kannibalismus bei den Azteken� ebenso unterschiedliche Ansichten und Meinungen wie zu dem Thema �Menschenopfer�. Einige Forscher gehen davon aus, dass schlichtweg �Proteinmangel� der Ausl�ser f�r den Kannibalismus gewesen sein kann. Ihre Vermutung begr�ndet sich darauf, das es au�er Hunde keine gr��eren S�ugetiere auf dem Speiseplan der Azteken gab. Andere Forscher vermuten, dass die Priester durch die halluzinogene Wirkung des Peyote �Kaktus in moralische Verwirrung gest�rzt wurden. Wiederum andere Forscher gehen davon aus, dass die kannibalischen Festm�hler nach den Opferungen nie realistisch sondern nur symbolisch stattgefunden haben. Sie deuten die in aztekischen Codices �berlieferten Bilderhandschriften als reine mythische Darstellung. In diesem Zusammenhang sollte allerdings nicht unerw�hnt bleiben, das Untersuchungen, wie zum Beispiel chemischen Analysen best�tigen, dass die B�den in den Tempeln der Azteken blutgetr�nkt waren. Ein deutlicher Hinweis auf stattgefundenen Kannibalismus sind ebenfalls Skelettfunde, bei denen die Zerteilung der Knochen und diverse, in unmittelbarer N�he dieser Knochenfunde entdeckten Kochutensilien, Kannibalismus nicht ausschlie�en k�nnen.

Mehr im Mexiko-Lexikon


Zu Azteken (Hochkultur) befinden sich nachfolgende Artikeln im Mexiko-Lexikon: * Azteken ( Hochkultur )( Herkunft /Geschichte /Gesellschaft ) * Arch�ologische St�tten * Aztl�n. Der Legende nach der Ursprungsort der Azteken. * Blumenkriege. Um gen�gend Nachschub an Menschenopfer zu besitzen , f�hrten die Azteken xochiyaoyotl, die sogenannten �Blumenkriege� durch. * Calpulli. Ein Wort aus dem N�hua und bedeutet � eine Gruppe von H�usern�. * Hern�n Cort�s. Er begann 1519 seinen Eroberungsfeldzug in Mexiko . * Codices. Die �berlieferten Handschriften der Maya, Azteken und Mixteken . * Conquista. Eroberung des mittel- und s�damerikanischen Festlandes ab 1492. * Cuauhtemoc. Der letzte Herrscher des Aztekenreiches. * Cuitlahuac. Bruder von Moctezuma II. * G�tter * Huitzilopochtli. Der Stammesgott der Azteken * Kalender der Azteken . Xihuitl . Der 365- Sonnentage-Kalender. Tonalpohualli . Der 260- Tage Wahrsager-Kalender. Xiuhmolpilli . Das aztekische Jahrhundert. Kalenderstein (Sonnenstein). Dieser Kalenderstein stellt die mythische Beziehung der Azteken zu ihren G�ttern da. * Malinche. Dolmetscherin und Geliebten des spanischen Eroberers Hern�n Cort�s * Menschenopfer und Kannibalismus. * Mictlan : Die Unterwelt * Moctezuma II.. Ber�hmtester Herrscher des Aztekenreiches . * Sch�pfungsmythologie der Azteken :Erschaffung der �f�nf Sonnen� und die Erschaffung der Menschen in der �f�nften Sonne� * Stufenpyramiden. Steinbauten der Azteken und Maya. * Tenochtitl�n.Wo sich heute die Hauptstadt Mexikos befindet, befand sich einmal die Hauptstadt der Azteken, Tenochtitl�n. * Texcoco-See.Auf einer Inseln im See entstand die Azteken- Hauptstadt Tenochtitl�n. * Tezcatlipoca. Nach der aztekischen Mythologie die S�hne Ometecuhtlis * Tlatoani. Tlatoani ist ein Wort aus dem N�hua und bedeutet soviel wie �Sprecher� . * Quetzalcoatl. Gott der Teotihuacaner, Tolteken und Azteken. * Zeremonie des Neuen Feuers. Wurde alle 52 Jahre ( bei Ablauf eines aztekischen Jahrhunderts) durchgef�hrt.

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