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Artikel des Tages
Das Carmen contra paganos (deutsch „Lied gegen die Heiden“) ist ein anonymes, spätantikes lateinisches Gedicht wahrscheinlich aus dem Ende des 4. Jahrhunderts. Es wurde in 122 Hexametern aus christlicher Perspektive als Invektive (Schmähschrift) gegen das Heidentum – das heißt die Vielzahl der Götter und Kultpraktiken der polytheistischen, synkretistischen römischen Religion der Spätantike – aus Anlass des Todes eines heidnischen Präfekten in der Stadt Rom verfasst. Das Carmen, das als stilistisch schwach gilt und offenbar der zeitgenössischen polemischen Gelegenheitsliteratur zuzurechnen ist, ist vor dem Hintergrund der Christianisierung des Römischen Reiches Ende des 4. Jahrhunderts entstanden, als die Kaiser bereits christlich und nur noch ein Teil der stadtrömischen Senatsaristokratie „Heiden“ waren. Es beschreibt, wie ein ungenannter Präfekt (entweder ein praefectus urbi oder ein praefectus praetorio) heidnische Kultpraktiken in Rom ausübt, womit er seinen Tod durch Krankheit jedoch nicht verhindern kann. Dabei verhöhnt das Gedicht wortreich eine Vielzahl polytheistischer Götter und Kultpraktiken. Als historische Quelle der althistorischen Forschung ist das Gedicht und vor allem die Frage nach der Identität des gemeinten Präfekten für die Chronologie und Bedeutung des sogenannten pagan revival („heidnische Restauration“) Ende des 4. Jahrhunderts relevant. Er wird nach ausführlichen Forschungskontroversen heute zumeist mit Vettius Agorius Praetextatus († 384) oder Virius Nicomachus Flavianus († 394) identifiziert; als Autor wird insbesondere Damasus I., Bischof von Rom, diskutiert. – Zum Artikel …
Was geschah am 14. Juli?
- 1916 – Die Schriftstellerin Natalia Ginzburg, eine der bedeutendsten Schriftstellerinnen der italienischen Literatur des 20. Jahrhunderts, wird in Palermo geboren.
- 1951 – Otto Antoine, deutscher Werbegrafiker und Vedutenmaler des Spätimpressionismus, stirbt in Unteruhldingen; er gilt fast ein halbes Jahrhundert als ein bedeutender Repräsentant des kulturellen Berlin.
- 1951 – Beim Großen Preis von Großbritannien gewinnt der Argentinier José Froilán González; es ist der erste Grand-Prix-Sieg für Ferrari in der Geschichte der Formel 1.
- 2006 – Im Zuge des italienischen Manipulationsskandals werden dem Fußballverein Juventus Turin die Meistertitel der Jahre 2005 und 2006 aberkannt; zudem wird der Zwangsabstieg in die zweite Liga verhängt.
- 2021 – Durch eine Flutkatastrophe sterben in Deutschland 186 Menschen, Tausende verlieren permanent oder vorübergehend ihr Zuhause; auch andere mitteleuropäische Länder haben mit Überschwemmungen zu kämpfen.
In den Nachrichten
- Die tschechische Tennisspielerin Linda Nosková (Bild) hat erstmals die Damenkonkurrenz in Wimbledon gewonnen; bei den Männern setzte sich Jannik Sinner gegen Alexander Zverev durch.
- In einer umstrittenen Abstimmung auf Vorstoß der EVP-Fraktion hat das EU-Parlament wieder die Chatkontrolle bis April 2028 beschlossen.
- Gemäß Schätzungen des Robert Koch-Instituts sind durch die Hitzewelle im Juni alleine in Deutschland etwa 5100 Menschen gestorben.
Kürzlich Verstorbene
- Sam Neill (78), neuseeländischer Schauspieler († 13. Juli)
- Rob Dieperink (38), niederländischer Fußballschiedsrichter († ≤13. Juli)
- Josef Kompalla (90), polnisch-deutscher Eishockeyspieler und -schiedsrichter († 12. Juli)
- Günther Kuntz (87), deutscher Fußballspieler († 12. Juli)
- Irene Hegen (87), deutsche Pianistin, Cembalistin und Musikwissenschaftlerin († 19. Juni)
Schon gewusst?
- Das Fallschirmjägerdenkmal in Gniebing ist seit über 70 Jahren Gegenstand von Kontroversen.
- In der Harkortstraße in Hamburg wurde bis 1888 Zoll zwischen Altona und Ottensen erhoben.
- Werke des Anonymus vom Kainachtal sind erst seit kurzem wieder zu sehen.
- Aus einem Teich im Nippeser Tälchen wurde früher Natureis für die Kölner Feldschlösschen Brauerei gewonnen.