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Baseus Security X1 Pro im Test: WiFi-Überwachungskamera mit Dual-Kamera, 300°-Sichtfeld und motorisiertem Solarpanel

Image Marcel Am 07.06.2026 veröffentlicht Lesezeit etwa 12:43 Minuten

Ich persönlich habe in den letzten Jahren einige Überwachungskameras aus dem hause Reolink ausprobiert und habe auch selbst welche im Einsatz. Sehr gute Bildqualität, inzwischen eine solide App mit vielen Funktionen, dank Solarpanel auch ohne Stromanschluss nutzbar und vor allem ohne Abokosten, wie sie viele andere Kamera-Hersteller inzwischen verlangen. Nun aber bekommt Reolink neue Konkurrenz aus dem chinesischen Shenzhen, denn Baseus hat inzwischen einige Überwachungskameras auf den Markt gebracht und sich damit einiges Lob abgeholt. Das aktuellste Vorzeige-Modell hört auf den Namen Baseus Security X1 Pro und bietet laut Datenblatt eine ganze Reihe interessanter Features.

ImageBaseus verspricht, dass sich dank zwei unabhängiger Kameras zwei Objekte gleichzeitig verfolgen lassen und die X1 Pro so einen horizontalen Sichtwinkel von 300° abdeckt. Dazu kommen eine 3K-Auflösung je Kamera, farbige Nachtsicht mit LED, KI-gestützte Software zur Objekt­erkennung und -verfolgung, automatische Patrouille und vieles mehr. Als USP (zumindest fällt mir spontan kein vergleichbares Produkt ein) gibt es ein motorisiertes Solarpanel, das sich automatisch zur Sonne ausrichtet, um möglichst viel Energie zu erzeugen. Und das alles für einen Straßenpreis von etwa 180 Euro, ohne Folgekosten. Das Marketing-Team von Baseus hat gute Arbeit geleistet; in den letzten Wochen konnte ich mir ein Bild davon machen, ob die Hardware-Abteilung ebenso gute Arbeit geleistet hat.

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Die nackten technischen Daten

Auflösung 3K + 3K
Nachtsicht Farb- und Schwarzweiß-Nachtsicht
Akkukapazität 7.800 mAh
Eingang 5 V / 2 A
Smarte KI Gesichtserkennung, Bewegungserkennung (Personen, Fahrzeuge, Haustiere usw.), Personenerkennung, Fahrzeugerkennung, Haustiererkennung
Sichtfeld Horizontal dynamisch: 300°
Horizontal statisch: 210°
Diagonal: 125°
Vertikal statisch: 60°
Spotlight 100  Lumen
Wetterschutzklasse IP65
Betriebstemperatur -20 °C bis 50 °C
Sprachassistenten Alexa, Google Home
Stromversorgung Wiederaufladbarer Lithium-Akku
Konnektivität 2,4-GHz-WLAN (unterstützt keine gemischten 2,4- und 5-GHz-WLAN-Bänder)
Montageart Schraubmontage
Farbe Weiß
Größe 239 × 194 × 121 mm (inklusive Solarpanel und Halterung)
129 × 115 × 81 mm (nur Kameraeinheit)
Gewicht 1.100 g (inklusive Solarpanel und Halterung)
Lademethode Netzteil, Solarpanel
Ladezeit 5,5 Stunden
Solarpanel Leistung: 3 W
Abdeckungswinkel: 120° (60° links + 60° rechts)
Bewegungserkennung PIR
Mikrofonempfindlichkeit -28 dB
Lautsprecher-SPL 90 dB
Speicher Erweiterbarer Speicher per microSD-Karte mit bis zu 512 GB

Die Baseus Security X1 Pro

Die Baseus Security X1 Pro wirkt durch ihre Würfelform auf den ersten Blick etwas wuchtig; bedenkt man jedoch, dass es sich im Grunde um zwei Kameras handelt, fällt das Gehäuse vergleichsweise kompakt aus. Dennoch ist sie mit Abmessungen von etwa 12,9 × 11,5 × 8,1 Zentimetern größer als viele andere Überwachungskameras. Das Gehäuse hinterlässt einen robusten und hochwertigen Eindruck; auch die Verarbeitung bietet kaum Anlass zur Kritik: Nichts wackelt, nichts knarzt, nichts gibt auf Druck nach. Die Kamera ist IP65-zertifiziert und damit staubdicht sowie gegen Strahlwasser wie Regen geschützt, sodass sich die X1 Pro grundsätzlich für den Außeneinsatz etwa an Hauswand, Carport, Garage oder im Eingangsbereich eignet; dank einer Betriebstemperatur von -20 °C bis etwa 50 °C auch ganzjährig.

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Jede Kamera besitzt einen LED-Scheinwerfer, und PIR-Sensor, während sich beide Kameras den frontseitigen Lautsprecher und das Mikrofon teilen. Rückseitig kommen neben der Aufnahme für die Befestigung auch ein USB-C-Anschluss zum Laden des Akkus sowie ein MicroSD-Kartenslot zum Vorschein. Der Kartenslot unterstützt Speicherkarten mit bis zu 512 GB und ist zwar mit einer wetterfesten Gummiabdeckung versehen, bietet jedoch keinen Diebstahlschutz. So ließe sich die Speicherkarte auch bei montierter Kamera entnehmen. Ob das in der Praxis tatsächlich ein Problem darstellt, sei mal dahingestellt: Ich habe selten davon gelesen, dass Panzerknacker lediglich die Speicherkarte mitgehen lassen – wenn, dann wird eher die Kamera in ihre Einzelteile zerlegt oder gleich komplett mitgenommen.

Die Montage der Kamera erfolgt, wie bereits erwähnt, über eine Halterung, die sich mit Dübeln und Schrauben an einer Wand oder einer anderen Oberfläche befestigen lässt. Die Halterung besteht aus Kunststoff, wirkt jedoch insgesamt stabil. Positiv hervorzuheben ist, dass sie drei Achse besitzt, die verschiedene horizontale und vertikale Ausrichtungen erlaubt. Mittels einer Art Steckschnalle lässt sich das Gehäuse schnell vom Arm lösen und wieder befestigen. Alternativ zur Verschraubung kann die Halterung dank Aussparungen auch mit Kabelbindern oder einem Montagegurt an einer Dachrinne, einem Baum oder anderen Objekten angebracht werden. Je nach verwendetem Material ist auch diese Befestigungsart stabil.

Das motorisierte Solarpanel

Die Kamera kann entweder ausschließlich über den integrierten Akku oder per Dauerstrom betrieben werden. Das wirkt jedoch fast schon antiquiert, denn wie z.B. Reolink-Kameras bietet auch die X1 Pro eine autarke Stromversorgung über ein Solarpanel, das die Kamera über ein USB-C-Kabel je nach Sonneneinstrahlung kontinuierlich mit Strom versorgt. Das Solarpanel misst etwa 16 × 12 Zentimeter und kann entweder direkt an der Kamerahalterung befestigt oder separat montiert werden, etwa wenn die Kamera in einem sonnengeschützten Bereich oder dunklen Raum installiert wird. Das Kabel zwischen Solarpanel und Kamera misst rund vier Meter – ausreichend Spielraum, um das Solarpanel sinnvoll zu positionieren.

ImageIdealerweise sollte das Solarpanel natürlich an einem sonnigen Ort montiert werden. Es bringt jedoch einen besonderen Clou mit: Es ist motorisiert und richtet sich automatisch in einem Winkel von 120 Grad zur Sonne aus. Das Solarpanel liefert rund drei Watt, auf den ersten Blick sehr zurückhaltend. Laut Hersteller reichen jedoch 20 Minuten Sonne aus, damit der Akku die Kamera für die nächsten 24 Stunden mit Strom versorgen kann. Ohne Stromzufuhr hält der Akku bis zu 150 Tage durch, sodass auch weniger sonnenstarke Tage kein allzu großes Problem darstellen. Ich konnte jedenfalls keine Schwierigkeiten feststellen.

Einfache Inbetriebnahme – aber nur mit Konto

Da die Kamera kein ONVIF oder ein anderes offenes Protokoll unterstützt, lässt sich die Kamera nur in Kombination mit der App Baseus Security nutzen, welchen kostenlos für iOS im App Store und für Android im Play Store erhältlich ist. Wermutstropfen direkt nach dem ersten Start: Baseus reiht sich in die Liste an Herstellern ein, die ihre Kameras nur in Kombination mit einem Nutzerkonto ermöglichen. Zwar wird nur eine Mail-Adresse (und ein Passwort) zur Registrierung benötigt, dennoch finde ich Hardware ohne Account-Zwang immer etwas attraktiver, ob man nun die Hersteller-App nutzen muss oder nicht. Das man Überwachungskameras auch mit Fremdzugriff ohne Konto betreiben kann, zeigt Reolink mit seinen Kameramodellen.

baseus Security
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Preis: Kostenlos
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Entwickler: Baseus
Preis: Kostenlos

Sieht man von der notwendigen Registrierung ab, ist die Ersteinrichtung schnell und unkompliziert erledigt. Auch technisch weniger versierte Nutzer werden Schritt für Schritt durch alle erforderlichen To-dos geführt, sodass die Kamera innerhalb weniger Minuten eingerichtet ist. Zu beachten ist allerdings: Die Kamera unterstützt ausschließlich 2,4-GHz-WLAN. Wer also nur noch mit 5 GHz unterwegs ist, schaut in die sprichwörtliche Röhre. Zwar handelt es sich bei aktuellen Routern meist um Dualband-Router, die auf beiden Frequenzen funken; mit Blick auf das Datenaufkommen wäre jedoch eine Verbindung über 5 GHz von Vorteil gewesen, auch wenn dies zulasten der WLAN-Abdeckung gegangen wäre.

Kleiner App-Walktrough

Insgesamt würde ich die App als sehr gelungen bezeichnen. Sie ist übersichtlich und strukturiert aufgebaut, man findet sich eigentlich schnell zurecht. Hier und da kränkelt es jedoch etwas an der Übersetzung ins Deutsche, zum Beispiel wäre für den Reiter „Dienst“ eher „Hilfe“ sinnvoll gewesen und auch das „Spenden“ für das Bereitstellen von Aufnahmen zum Trainieren der AI zur Objekterkennung ist etwas unglücklich gewählt. Das sind aber Kleinigkeiten, über die man nach den ersten Fragezeichen schnell hinwegblickt. Grundsätzlich ermöglicht die App natürlich einen Zugriff auf den Livestream der Kamera (auch mehrerer Kameras) und den auf der eingelegten Speicherkarte gespeicherten Aufnahmen.

ImageWeiterführend könnt ihr manuell eine Video-Aufnahme starten oder ein Standbild aufnehmen. Wie für batteriebetrieben Kameras zeichnet auch die X1 Pro nicht durchgehend auf, sondern nur, wenn eine Bewegung erkannt wird – wobei zwischen Menschen, Tieren, Autos und anderen Objekten unterschieden werden kann. Außerdem könnt ihr den Audio-Ton der Kameras ausgeben lassen und mit Personen vor der Kamera sprechen. Neben den Kernfunktionen könnt ihr auch die Kameras bewegen, eine (sehr leise) Sirene aktivieren und den Zugriff mit anderen Personen teilen, sofern diese die App und ein Konto besitzen. Nachfolgend ein paar umkommentierte Screenshots der iOS-App und hervorzuhebende Funktionen.

Bewegungserkennung: Die Kameras lassen sich unabhängig voneinander unterschiedlich konfigurieren. Neben der Empfindlichkeit könnt ihr auch einen Erkennungstyp festlegen (alles, Menschen sowie Fahrzeuge und Tiere). Ebenso könnt ihr eine Aktivitätszone definieren, also einen Bereich im Kamerabild, der überwacht werden soll. So könnte beispielsweise die Gartenfläche überwacht werden, während die wehende Fahne im Garten ignoriert wird, was Fehlalarme reduziert. Positiv ist, dass man den Bereich nicht mit einem einfachen Viereck markieren muss, sondern eines oder mehrere Sechsecke so verformen und hinzufügen kann, dass auch unregelmäßige Bereiche abgedeckt werden können.

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Videoeinstellungen: Ihr könnt die Bilder der beiden Kameraobjektive unabhängig voneinander anzeigen, sodass sich verschiedene Bereiche gleichzeitig überwachen lassen. Die Bilder der beiden Objektive können jedoch auch zu einer 180°-Ultraweitwinkelansicht ohne tote Winkel zusammengefügt werden, allerdings verliert man dadurch Funktionen wie Objektverfolgung, manuelles Bewegen der Kameras und Patrouillenfahrt. Auch könnt ihr festlegen, ob die IR-LED für eine Schweiß-Weiß-Nachtsicht oder das Spotlight für eine farbige Nachtsicht genutzt werden soll. Zu guter Letzt könnt ihr auswählen, was auf den Kamera-Aufnahmen sichtbar sein soll: Nur der Zeitstempel, Zeitstempel und Baseus-Logo oder gar nichts.

Privatsphäre-Zonen: Eigentlich zählen sie zu den oben genannten Videoeinstellungen, sind jedoch ein wichtiger Punkt, der eigene Erwähnung verdient. Denn lässt sich die Kamera nicht alleinig auf das eigene Grundstück ausrichten, sondern erfasst auch fremde Grundstücke oder öffentliche Bereiche, muss man schauen, wie sie halbwegs datenschutzkonform betrieben werden kann. Dafür gibt es Privatsphäre-Zonen, die sich für beide Kameraobjekte unterschiedlich markieren lassen. Jene Bereiche werden in den Aufnahmen geschwärzt. Schade: Während sich Bereiche für die Bewegungsüberwachung mit einem Sechseck markieren lassen, steht für Privatsphäre-Zonen lediglich ein Viereck zur Verfügung.

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Gesichtserkennung: Ein Feature, dass noch in der Beta-Phase steckt, aber bereits aktiviert werden kann. Ist die Gesichtserkennung aktiviert, erstellt die Kamera automatisch ein Gesichtsalbum. In diesem werden alle erfassten Gesichter gespeichert. Wird eine unbekannte Person mehrfach erkannt, sendet das System eine Benachrichtigung an den Nutzer. Außerdem werden unbekannte und bekannte Gesichter in der Ereignisübersicht angezeigt und ihr könnt je Gesicht eine Übersicht aller Aufnahmen anzeigen lassen. Eine einzelne Kamera kann bis zu 10 bekannte Gesichter speichern, wahlweise per Kamera oder Foto oder indem ihr ein unbekanntes Gesicht zu einen bekannten Gesicht hinzufügt.

Benachrichtigungen: Bei Bewegung erhaltet ihr eine Push-Benachrichtigung aufs Smartphone. Leider lässt sich nicht genau festlegen, wann ihr benachrichtigt werden möchtet. Beispielsweise könnte man bei der Erkennung eines Fahrzeugs aufzeichnen lassen, aber nur bei Erkennung einer Person auf dem Smartphone benachrichtigt werden. Lediglich für bekannte Gesichter können Benachrichtigungen deaktiviert werden. Wer möchte, kann der Benachrichtigung ein Miniatur-Standbild des Ereignisses hinzufügen, wobei das Bild vorübergehend in der Cloud gespeichert wird. Bei aktiviertem Cloud-Backup der Videos könnt ihr euch zudem die wichtigsten Schlagworte per KI in der Benachrichtigung anzeigen lassen.

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Sicherheitsmodus: Die App bietet vordefinierte oder individuell erstellbare Sicherheitsmodi, mit denen sich das Systemverhalten anpassen lässt. Im Modus Zuhause zeichnet die Kamera etwa Bewegungsereignisse auf, sendet euch jedoch keine Benachrichtigungen aufs Smartphone. Im Auswärtsmodus erhaltet ihr hingegen Benachrichtigungen, während die Kamera keinen Alarm auslöst. Zusätzlich könnt ihr eigene Modi erstellen oder sämtliche Kameraaktivitäten deaktivieren. Für jeden Modus lassen sich Videoaufzeichnung, Benachrichtigungen, Kameraalarm und blinkendes Spotlight auswählen. Die Modi können entweder manuell oder nach festem Zeitplan aktiviert werden – leider nicht per Webhook oder Ähnlichem.

ImageBug in der Software? Ich hatte ein Problem, das ich mir zunächst nicht erklären konnte und bei dem auch der Hersteller nicht wirklich weiterhelfen konnte. Erkannte Bewegungen und aufgezeichnete Ereignisse in den Verläufen zeigten zwar die korrekte Uhrzeit an. Anders sah es jedoch im Live-Stream sowie auf den Bild- und Videoaufnahmen aus (auch in meinen Beispielen): Dort waren Datum und Uhrzeit um sechs Stunden voraus. War es auf der Aufnahme also 4 Uhr, war es in real 22 Uhr. Theoretisch sollte die Uhrzeit automatisch mit dem Smartphone synchronisiert werden, was jedoch nur halb funktionierte. Eine Idee hatte niemand, aber letztlich half ein Reset mit anschließender Neueinrichtung der Kamera. Immerhin.

Bildqualität bei Tag und Nacht

Wie bereits erwähnt, verfügt die X1 Pro über zwei Kamera-Objektive, die wahlweise getrennt voneinander arbeiten und aufzeichnen oder zu einem gemeinsamen Bild zusammengefügt werden. Beide Modi haben Vor- und Nachteile, wobei der einzige Vorteil des Stitching-Modus darin liegt, ein breiteres Sichtfeld bis etwa 210 Grad auf einem Blick zu bieten. Im Gegenzug muss man auf das Schwenken der Objektive und damit auch auf die automatische Objektverfolgung verzichten. Durch das Schwenken lässt sich ein Bereich von etwa 300° abdecken, sodass die Panoramaansicht in meinen Augen der schwächere Modus ist. Letztlich davon abhängig, welchen Bereich ihr überwachen wollt – reicht dafür auch das kleinere Sichtfeld.

ImageWieso ich das Thema des Stitching nochmal aufgegriffen habe: Baseus bewirbt die X1 Pro als 3K-Kamera, was sie theoretisch auch ist. Allerdings werden Aufnahmen eines einzelnen Objektivs nur mit 2.560 × 1.440 Pixel (etwa 2K) erzeugt; lediglich im Stiching-Modus liegt die Auflösung der Aufnahmen bei 5.048  × 1.576 Pixel, was grob 3K entspricht. Davon unabhängig ist die Bildqualität insgesamt sehr gut und vergleichbar mit anderen Kameras in dieser Preisklasse. Natürlich eignen sich die Aufnahmen mitnichten für einen Druck auf Leinwand, aber das ist ja auch gar nicht das Ziel. Bei Tageslicht sind Personen und andere Objekte auch in einiger Entfernung sehr gut erkennbar und – fast noch wichtiger – identifizierbar.

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Auch in Dämmerung und Dunkelheit gibt es gar nicht viel auszusetzen, wenngleich die Bildqualität naturgemäß spürbar abnimmt. Beim Nachtsichtmodus steht man vor der Wahl, ob man die IR-Dioden oder die LED-Spots nutzen möchte, auch hier muss man seiner persönlichen Präferenz folgen. Die LED-Spots schaffen es gut, den direkten Bereich von etwa 3-4 Metern auszuleuchten, sodass der Blick weiter geht, als nur mittels IR-Dioden. Allerdings finde ich, dass die Infrarot-Schwarz-Weiß-Sicht auf kürzerer Entfernung Personen, Gesichter und Co. besser erkennen lässt. Für den direkten Bereich vor der Haustüre würde ich demnach die IR-Sicht bevorzugen, wenn der Carport bewacht werden soll, dann eher die LED-Spots.

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Letzte Erwähnungen

Die Bewegungs- und Objekterkennung funktionierte im Test sehr zuverlässig, allerdings sollte man die Bewegungserkennung auf Menschen, Fahrzeugen und Tiere beschränken, denn sonst werden die Sensoren durch jede Blattbewegung im Wind getriggert. Alternativ kann auch ein zu überwachender Bereich selektiert werden, was jedoch bei Patrouillenfahrt schwierig werden kann. Diesbezüglich darf Baseus gerne noch etwas nachbessern, etwa als optionale Einstellung für ein Ignorieren von Pflanzen oder auch einem Objektgröße-Filter, wie sie beispielsweise Reolink bietet. Push-Benachrichtigungen kommen pünktlich aufs Smartphone, sind allerdings wie auch die Aufzeichnung um ein bis zwei Sekunden verzögert.

ImageDer übertragene Ton im Livestream ist zweckmäßig, anders lässt sich das kaum beschreiben. Problematisch wird es bei stärkerem Wind, der auf die Kamera trifft und ein störendes Piepsen verursacht. Stimmen lassen sich aber klar wahrnehmen und verstehen, sofern sich die sprechenden Personen in einem Radius von vier bis maximal fünf Metern vor der Kamera befinden. Auch die Qualität der Lautsprecher ist in Ordnung, zumindest können Personen vor der Kamera eure Worte gut verstehen. Allerdings sollte man bedenken, dass kei Gespräch in Echtzeit möglich ist; vielmehr handelt es sich um eine klassische Zwei-Wege-Kommunikation wie bei einem Walkie-Talkie. Mehr ist aber auch nicht erforderlich, das langt.

Die Akkulaufzeit hängt natürlich von der Nutzung ab: Wer häufig auf den Livestream zugreift, bringt den integrierten Akku mit 7.800 mAh schneller an seine Grenzen. Auch weitere Faktoren wie häufige Bewegungsalarme, viele Patrouillenfahrten oder dauerhaft aktiviertes LED-Licht erhöhen den Energieverbrauch. Im Gegenzug benötigt der reine Stand-by-Betrieb kaum Strom. Bei moderater Nutzung im Alltag soll die Akkulaufzeit jedoch bis zu 150 Tage betragen – selbst wenn es am Ende 100 Tage sind, ist das in Ordnung. Immerhin reicht auch ein bewölkter Himmel aus, um den Akku mithilfe des Solarmoduls zu erhalten oder sogar zu laden. Somit steht übers Jahr gesehen einem autarken Betrieb nichts im Wege.

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tl;dr und Fazit

Mit der Security X1 Pro hat Baseus eine grundsolide, batterie- und solarbetriebene Überwachungskamera im Portfolio. Dank ihres Dual-Kamera-Systems deckt sie einen Bereich von bis zu 300° ab, ohne tote Winkel zu hinterlassen. Die Bildqualität ist sowohl bei Tageslicht als auch bei Nacht ausreichend und für den Einsatzzweck überzeugend. Die Bewegungserkennung funktionierte durchweg zuverlässig, ist ohne Einschränkung auf den Ereignisauslöser oder eine Eingrenzung des Erfassungsbereichs jedoch zu anfällig für Fehlalarme, etwa durch Pflanzen. Auch Mikrofone und Lautsprecher verrichten ihren Dienst ausreichend gut. Das bewegliche Solarpanel sorgt auch an sonnenschwächeren Tagen für genügend Strom und falls die Ausbeute mal über mehrere Tage gering ausfallen sollte, hält der verbaute Akku die Kamera bei normaler Nutzung bis zu 150 Tage am Laufen.

ImageDie App ist übersichtlich und klar strukturiert und bietet bereits zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten sowie zusätzliche Funktionen, etwa Gesichtserkennung und Sicherheitsmodus. Im direkten Vergleich mit anderen Herstellern, die schon seit mehreren Jahren am Markt vertreten sind, fehlen jedoch noch einige Funktionen – zum Beispiel eine präzisere Anpassung der Bewegungserkennung, detailliertere Benachrichtigungseinstellungen, der Upload von Aufzeichnungen auf FTP- oder Cloud-Dienste (statt ausschließlich lokal auf microSD oder der Homestation H1) sowie verschiedene Qualitätseinstellungen im Streaming-Modus. Hier hat Baseus noch etwas Nachholbedarf, auch wenn der bisher gebotene Funktionsumfang keineswegs gering oder schlecht ist. Jammern auf hohem Niveau.

Während Baseus der Kamera eine UVP von rund 280 Euro verpasst hat, liegt der aktuelle (und realistische) Straßenpreis derzeit bei etwa 180 Euro – inklusive Solarpanel und ohne weiteren Folgekosten oder Abonnements. Verglichen mit meinem aktuellen Favoriten, der Reolink Argus Eco Ultra für 109 Euro, wirkt das auf den ersten Blick wesentlich teurer (unfairerweise ist der Marktstart nicht berücksichtigt). Allerdings ist der Akku ausdauernder, das Solarpanel motorisiert und mit ihren zwei schwenkbaren Kameras deckt die Security X1 Pro einen deutlich größeren Bereich ab. Dadurch kann sie in vielen Fällen gleich zwei Kameras ersetzen. Wollt ihr etwa zwei Bereiche „über Eck“ im Blick behalten, kann die Kamera ihren USP ausspielen und ist definitiv eine Empfehlung, die nur leichte Abzüge in der B-Note hat.

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Dieser Artikel wurde mir vom Hersteller als Testmuster zur Verfügung gestellt. Mehr Infos

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